Stimmen der Nacht

Viele Menschen verbinden das abendlichen Zirpen der Grillen sofort mit Sommer, Urlaub und lauen Nächten. Wer steckt eigentlich hinter diesem weithin bekannten  Streichkonzert? Es sind dies bei uns vor allem zwei Vertreter der Familie der Grillen - die Feldgrille und das Weinhähnchen.

Feldgrille:

Gryllus campestris
  • Erscheinungsbild: Glänzend schwarz, mit großem, kugeligem Kopf und langen  Antennen.
  • Stimme: Nur die Männchen zirpen - von vormittag bis spät in die Nacht. Mit Mini-Zähnchen besetzte Schrill-Ader auf der Unterseite des rechten Deckflügels wird über eine gekrümmte Leiste auf dem linken Flügel gestrichen.
  • Lebensraum: Wichtigster Lebensraum sind trockene, sonnige Böschungen, Wiesen und Heiden. Flugunfähig, leben als flinke Läufer am Boden, in den sie etwa 10 bis 20 cm tiefe Wohnröhren graben.
  • Nahrung: Allesfresser, mit Schwerpunkt auf pflanzliche Nahrung, aber auch kleine Bodentiere.
  • Gefährdung/Schutz: Insgesamt noch nicht gefährdet. Durch Intensivierung der Landwirtschaft, Flächenverbau, Verlust von Lebensräumen schrumpfende Bestände.
  • Wissenswertes: Sind recht scheu und verschwinden bei Annäherung schnell in Erdloch - aus dem sie allerdings leicht wieder ans Licht geholt werden können: Grashalm in die Wohnröhre stecken und drehen - der Hausherr wird angreifen und sich wie mit einer Angel hervorziehen lassen! Ähnlich reagieren Männchen auch auf Nebenbuhler. In der Nähe der Wohnröhre gibt es Kämpfe, bei denen die Rivalen wie Ziegenböcke aufeinander losgehen oder versuchen sich umzuwerfen.
 

Weinhähnchen:

weinhähnchen_Oecanthus_pellucens_hectonichus
  • Erscheinungsbild: Im Gegensatz zu den anderen heimischen Grillen sehr schlank. Grundfärbung der erwachsenen Tiere gelblich bis braun. Größe: etwa 15 mm.
  • Stimme: Nachtaktiv. Gesang beginnt etwa ab 18 - 20 Uhr und dauert die ganze Nacht. Männchen klettern dabei auf Singwarten. Wohlklingendes >> zrüüü, zrüüü<< durch Aneinanderreiben der steil aufgerichteten Vorderflügel.
  • Lebensraum: Besonders wärmeliebende Art an sonnenexponierten, warmen Hängen - gebüschreiche Trocken- und Halbtrockenrasen, (Weinbergs-)brachen, Ruderalflächen.
  • Nahrung: Staub- und Blütenblätter sowie Spinnen, Insektenlarven, Blattläuse etc.
  • Gefährdung/Schutz: Nicht gefährdet. Breitet sich regional stark aus.
  • Wissenswertes: Männchen lockt durch Gesang Weibchen an. Anschließend kommt es zur Paarung, bei der das Weibchen auf den Rücken des Männchens steigt und ein Samenpaket an der Geschlechtsöffnung des Weibchens angeheftet wird. Dabei wird dem Weibchen ein körpereigenes Sekret angeboten, das das Weibchen aufleckt. Eine solche "Geschmacksbalz" ist ziemlich außergewöhnlich.
 

Download Koordinaten Files: